Nachgefragt bei…(4): Wilfried Gehr, Rallye-OK-Chef

Nachgefragt bei…(4): Wilfried Gehr, Rallye-OK-Chef

Würden Sie bei einer Rallye mitfahren? Wohin sollte die Reise gehen? Und was sollte man dabei unbedingt achten? Wir fragen die unterschiedlichsten Menschen. “Bin gerade in Amman und antworte erstmals von meinem neuen Handy aus. Hoffentlich klappt’s!” Es hat geklappt. Und das, obwohl wir ihn in seiner Funktion als Rallye-OK-Chef ausführlicher befragten. Hier seine Antworten…

Vorneweg gefragt: Wie schätzt Ihr vom OK-Team die politische Lage in Jordanien ein?

Klar wollen und werden wir keinerlei Risiken eingehen. Der jordanische König hat aus meiner Sicht bereits die richtigen Weichen gestellt. Wir sind ja gerade in Jordanien, und es verläuft hier alles ruhig. Die Demonstration letzten Freitag hier in Amman verlief erheblich ruhiger und friedlicher als es bei uns die Stuttgart 21-Demos taten.

„Die Rallyeteilnehmer werden uns in diesem Jahr schon nach kurzer Zeit hassen.“ Dieses Zitat wird Dir zugeschrieben. Welche böse Überraschung erwartet uns?

Dieses Ziel verfolgen wir jedes Jahr. Auch diesmal haben wir uns für Euch spannende, schöne und gemeine Aufgaben und Sonderprüfungen ausgedacht. Und zwar…ups, jetzt hab ich glatt vergessen, was ich schreiben wollte…

Die Rallye gibt es bereits zum sechsten Mal. Woher nimmst Du die Energie?

Uns macht es nach wie vor Spaß, weil wir vom OK es genießen, mit den positiv verrücktesten Leuten zusammenzutreffen.

Welches Rallye-Traumziel hättest Du noch?

Einen Schlenker nach Jerusalem und Bethlehem zu machen – von Amman aus sind es nur 60 Kilometer. Nach wie vor ist unser Ziel, mit der Rallye weiter etwas zur Völkerverständigung und zum Frieden im Nahen Osten beizutragen.

Was ist für eine Rallye unverzichtbar?

Für diese Rallye: Gelassenheit.

Ohne irgendwelche Geheimnisse entlocken zu wollen: Welchen persönlichen Ratschlag gibst Du den Teilnehmern mit auf den Weg?

Nicht zu viel planen, denn es kommt anders als Ihr denkt!

Was ist das Schrägste, was Dir bei der Rallye je untergekommen ist?

Einmal wurde ein Teilnehmer an der rumänischen Grenze vier Stunden eingesperrt, weil er die Wahrheit sagte: Die Sonderaufgabe lautete, einen Sack Heu für das Kamel (Anm. d. Red.: Das Siegerteam gewinnt ein Kamel.) aus dem Allgäu nach Jordanien zu transportieren. Als der Zöllner feststellte, dass es sich also um Heu und nicht um Haschisch oder etwas ähnlichem handelte, fragte er den Rallye-Fahrer, wofür das sei. Der antwortete: “Das ist für mein Kamel in Jordanien”. Daraufhin fühlte sich der Grenzer wohl verarscht…

Wie oft wird es die Rallye Allgäu – Orient noch geben?

Inschallah werden noch viele folgen. Solange es Freude macht.

Wilfried Gehr ist Journalist und schreibt unter anderem für Oldtimerzeitschriften. Letztes Jahr hat er sein erstes Buch – ein Traktorschrauberbuch! – fertiggestellt. Der Reutlinger lebt seit vielen Jahren im Allgäu. Wilfried fährt zum Spaß einen Triumph TR6.  Dass die Rallye Allgäu – Orient, ursprünglich eine Schnapsidee, so erfolgreich ist, liegt seiner Meinung nach an dem “super Organisationskommitee in Deutschland und Jordanien und daran, dass bisher (fast) nur tolle Menschen mit dabei waren”.

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